Montag, den 20. Februar 2012 um 19:53 Uhr

Zum ersten Mal in Kaiserslautern: Wagners Bühnenweihfestspiel Parsifal

Ab 25. Februar 2012 – Karten und Termine unter www.pfalztheater.de oder Tel. 0631/3675-209
Mit der Inszenierung von Richard Wagners "Parsifal" verabschiedet sich Pfalztheater-Intendant Johannes Reitmeier inszenatorisch aus Kaiserslautern. Nicht nur für ihn geht mit dieser Produktion ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung - Wagners letztes Bühnenwerk steht zum ersten Mal auf einer Kaiserslauterer Bühne.

 

Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Uwe Sandner.
In der Rolle der Kundry ist Barbara Schneider-Hofstetter zu erleben.
Der Gralskönig Amfortas zog einst aus, um Klingsor, den Gegenspieler der Gralshüter, zu bekämpfen. Doch in dessen Zaubergarten brach Amfortas das Keuschheitsgebot und verlor im Kampf mit Klingsor den heiligen Speer. Zudem trug er eine Wunde davon, die nicht mehr schließen will. Es heißt, nur ein reiner Tor, „durch Mitleid wissend, könne den Speer zurückgewinnen und Amfortas Erlösung verschaffen. Als der junge, wilde Parsifal unbekümmert in den Gralsbezirk eindringt, meint der weise Ritter Gurnemanz in ihm diesen reinen Tor zu erkennen. Doch Parsifal bleibt von der feierlichen Enthüllung des Grals vollkommen unbeeindruckt. Erst im Kuss Kundrys wird er sich seiner selbst und seiner Mission bewusst. Er stößt die verführerische Kundry, die in Klingsors Macht steht, von sich, gewinnt den heiligen Speer zurück und bringt ihn nach einer langen Irrfahrt zurück in den Gralstempel.
Richard Wagner (1813-1883) griff für sein letztes Bühnenwerk die Gestalt des Gralssuchers Parzival auf, der um 1200 erstmals Held eines Epos von Chrétien de Troyes war und später von Wolfram von Eschenbach dichterisch aufgegriffen wurde. In freier Aneignung verknüpfte der Dichterkomponist mit dieser Parabel des nach Erlösung suchenden und irrenden Menschen verschiedenste Aspekte der christlichen Religion, des Buddhismus und der Philosophie Schopenhauers. Nicht nur der zuvor eng mit Wagner befreundete Friedrich Nietzsche zeigte sich über die religiöse Kehrtwende des Komponisten und die Suggestion von quasireligiösen Ritualen in der Kunst befremdet. Wagners 1882 in Bayreuth uraufgeführtes »Bühnenweihfestspiel« hat in seiner Wirkungsgeschichte bis heute die unterschiedlichsten Deutungen provoziert. Unbestritten ist jedoch die musikalische Kunstfertigkeit der Partitur, in der Harmonik, Melodik und Sprache geradezu verschmelzen zu einem Werk vollendeter Geschlossenheit und doch raffinierter Vielschichtigkeit.
In Reitmeiers Inszenierung wirken mit: Barbara Schneider-Hofstetter (Kundry), Steffen Schantz (Parsifal), Peteris Eglitis (Amfortas), Guido Jentjens (Gurnemanz), Wieland Satter (Klingsor) u.v.a. .
Das Bühnenbild schuf Ausstattungsleiter Thomas Dörfler. Die Kostüme entwarf Anke Drewes.


Quelle Text/Bild:
Willy-Brandt-Platz 4 + 5, 67657 Kaiserslautern
Fon: 0631 3675 0
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Kaiserslautern, 20.02.2012

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